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Bedeutung des Kapitelsaals

Der Kapitelsaal leitet seinen Namen vom Lateinischen capitulum ab: Köpfchen, Hauptabschnitt, der Verkleinerungsform von lateinisch caput: Kpf, Spitze, Hauptsache. Daraus wurde die Hauptversammlung der geistlichen Körperschaft, wie etwa im Domkapitel, abgeleitet, da in geistlichen Versammlungen das Hauptstück, also Kapitel (= Abschnitte) des wichtigsten Buches, der Ordensregel oder der Bibel vorgelesen wurde.


Der Kapitelsaal befindet sich, wie auch in Salem zumeist im Ostflügel der Klausur.

Sie dient der Klostergemeinschaft unter Vorsitz des Abtes oder Priors zur gemeinschaftlichen Lesung von  Abschnitten z.B. der Ordensregel (Charta Caritatis) oder der Bibel.


Jährlich hielt der Abt einige Male Exhorationes (geistliche Ermahnungsreden) an seine untergebenen Mitbrüder, auch wenn nichts Besonderes vorkam.

Ihr stand der Abt auch dann vor, wenn Fälle der Korrection (Verbesserung), Promotion (Beförderung) oder Amotion (Entfernung) dies nötig machten.


Darüber hinaus wurden die Gemeinschaft betreffende Angelegenheiten besprochen. Wichtige Lebenszüge waren die Abtwahl auf Lebenszeit durch den Mönchskonvent, die Aufnahme von Novizen, die Ablegung der zeitlichen Profess auf drei Jahre, bevor man endgültig zur lebenslangen Mönchsgemeinschaft dazu gehörte, aber auch die Aufbahrung verstorbener Gemeinschaftsmitglieder.

Der Abt, oberster Repräsentant der Abtei hörte in wichtigen Angelegenheiten den Konvent, etwa beim Verkauf von Gütern. Dieser führte ein eigenes Siegel und beurkundete Verträge, die den Bestand des Klosters betrafen. Sein Stellvertreter, der Prior (lateinisch: der Vordere), verantwortlich für die innere Leitung des Klosters, hatte im Kapitelsaal einen Ehrenplatz.

Feierlichkeiten, Disputationen und Schauspiele wurden in der Aula, dem heutigen Speisesaal durchgeführt.