1920-1933 | Die Schule Schloss Salem wird im April 1920 von Prinz Max von Baden und dem Pädagogen Kurt Hahn in Salem gegründet. Die Gründer geben der Schule von Beginn an ein entschieden reformpädagogisches Profil, das, bei aller notwendigen Modernisierung von Erziehung und Unterricht, bis heute bestimmend ist. Salem ist seit seiner Gründung koedukativ. Die Erlebnispädagogik, die Idee der Dienste an der Gemeinschaft und der Mitgestaltung des Internats durch die Schüler sind für Hahn Bedingung für eine Erziehung zur Verantwortung. Es werden Teilschulen an Standorten in der Nähe des Salemer Schlosses gegründet, welche die Salemer Erziehung strukturell bis heute prägen und heute wie damals die Möglichkeiten altersgemäßer und individueller Erziehung bieten.
| ||
1933-1945 | In der Zeit des Nationalsozialismus geht Salem durch eine schwierige Phase seiner Geschichte. Kurt Hahn, der Jude ist, wird im März 1933 verhaftet und muss im Juli des selben Jahres nach England emigrieren. Dort gründet er das renommierte Internat Gordonstoun mit. Unter der klugen Leitung von Dr. Heinrich Blendinger kann Salem verhindern, sehr schnell unter nationalsozialistischen Einfluss zu geraten. Erst im August 1941 kommen die Salemer Schulen unter die Aufsicht der Inspektion deutscher Heimschulen und die SS übernimmt die Leitung der Schulen. Im Juli 1945 wird die Schule Schloss Salem aufgelöst.
| ||
1945-1970 | Im November 1945 wird Salem unter der Leitung von Marina Ewald wieder eröffnet. Salem kann unter wechselnder Leitung von Prinz Georg Wilhelm von Hannover, Axel Freiherr von dem Bussche, Horst Freiherr von Gersdorff und Hartwig Graf von Bernstorff an die Zeit vor 1941 anknüpfen und seine Stellung in der deutschen Bildungslandschaft festigen. 1950 wird die Altsalemer Vereinigung (ASV) erneut ins Leben gerufen. Zum 80. Geburtstag von Kurt Hahn im Juni 1966 wird Round Square – benannt nach einem Gebäude in Gordonstoun – von Jocelin Winthrop-Young in Salem gegründet. Dieser Zusammenschluss von Internatsschulen auf der ganzen Welt legt einen wichtigen Grundstein für die Internationalität Salems, die heute in Form des International Baccalaureate, einer internationalen Schüler- und Lehrerschaft und einem weit ausgestalteten System des weltweiten Schüleraustauschs ihren Ausdruck findet. | ||
1970 – 2000 | In den frühen siebziger Jahren gelingt es unter Leitung von Prof. Ilse Lichtenstein-Rother und ab 1974 unter Dr. Bernhard Bueb, Salem weiterzuentwickeln. Die Vergabe von Stipendien wird erweitert und die Schülerzahlen steigen stetig. Mitte der achtziger Jahre gerät Salem nach der Kündigung der Nutzungsrechte des Salemer Schlosses in eine bedrohliche Lage. 1996 einigen sich das markgräfliche Haus und die Schule auf einen langfristigen Nutzungsvertrag. 1992 wird das International Baccaleaureate eingeführt. Im September 2000 eröffnet die Schule das Salem International College. Mit einem Aufwand von rund 70 Millionen DM füllt das College seit September 2000 die Erziehungsgrundsätze der Gründungsväter und die Idee der Internationalität mit neuem Leben. Mit Unterstützung der Altsalemer Vereinigung und der Mitglieder des Trägervereins der Schule gelingt diese große Investition in die Zukunft. | ||
2000 – 2011 | Zum Schuljahresende 2004/05 werden Dr. Bernhard Bueb, seit 30 Jahren Leiter der Schule Schloss Salem, und der ebenfalls langjährige Studienleiter, Oberstudiendirektor Dieter Plate, mit einem großen Festakt des Internatsvereins und der ASV verabschiedet. |