26.11.09
Wir alle würden die Welt am liebsten an einem einzigen Tag retten. Da das aber nicht geht, müssen wir uns der zweitbesten Möglichkeit zuwenden: die Welt Schritt für Schritt zu verbessern." Mit dieser Maxime beschloss Chris Picone, ein australischstämmiger Lehrer aus Kuwait, seine Rede zur Eröffnung der " Salem International College Youth Conference (SICYC) on Sustainable Development".
Klimawandel, Ressourcenknappheit, Hunger, Wassermangel, Überflutungen, Umweltverschmutzungen: Überzeugt von der Bedeutung, die bei der Bewältigung dieser Aufgaben den kommenden Generation zukommt, organisierten Schüler der Schule Schloss Salem einen Jugendkongress in Überlingen. Insgesamt 50 Schüler , davon 25 Vertreter von Schulen aus ganz Deutschland und der Schweiz, beschäftigten sich vom 20. bis zum 22. November mit dem Thema Nachhaltigkeit in Bezug auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.
Nach Chris Picones Eröffnungsrede zum Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) teilten sich die Delegierten in drei Komitees auf. Das erste Komitee beschäftige sich mit COP15, der in zwei Wochen in Kopenhagen stattfindenden Klimakonferenz. Hier wurde besonders intensiv über die Frage des Verzichts diskutiert: "Die Grundfrage lautet aus meiner Sicht: Wer ist bereit, auf wie viel zu verzichten", sagte Viola Hansjakob, die Vorsitzende des COP15-Komitees.
Aus der Diskussion heraus entstand eine Resolution, die in den nächsten Tagen an die "echten" Delegierten der Klimakonferenz geschickt werden wird, um ein Zeichen zu setzen: "Es ist wichtig, dass wir zeigen, dass die Jugend sich mit diesem Problemen beschäftigt und wir nicht bereit sind, uns unsere Zukunft aus der Hand nehmen zu lassen.", sagte Tanja Boos, eine der beiden Organisatoren der Konferenz und Schülerin der Schule Schloss Salem.
Ken Lander, Stufenleiter des Salem International College , nahm am Komitee zum Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" teil. In der kontroversen Debatte, ob Klimaschutz primär durch Gesetze oder durch Einsicht erreicht werden sollte, forderte er: "Wir brauchen ein grundlegendes Verständnis der
Probleme in Bezug auf nachhaltige Entwicklung, sonst werden jegliche Gesetze
nicht funktionieren."
Fran Kunz Mah-Hing, Vorsitzende des Komitees und Schülerin des IB2 am Salem College, stellte die grundlegende Frage: "Wollen wir gutes Verhalten belohnen
oder schlechtes bestrafen?"
Im dritten Komitee, dem Komitee zum Thema "Green Schools", wurde intensiv
über die Frage diskutiert, wie wir konkret in unserem Schulumfeld zu nachhaltiger Entwicklung betragen können. Als Redner konnte der zweite Organisator des Kongresses, Alexander Wegner, Professor Jochen Winter, einen anerkannten Experten auf dem Gebiet der nachhaltigen Energien gewinnen. Dieser versuchte den anwesenden Schülern vor allem eines mitzugeben: "Beginnt jetzt! Denn eigentlich ist es im Klimaschutz
immer schon zu spät."
Alexander Wegner sagte im Gespräch mit dem SÜDKURIER: "Alles in allem war die Konferenz ein Erfolg: auf vielen Feldern konnten wir Bewusstsein für
Probleme und Lösungsansätze schaffen. Wir müssen nun insbesondere auf die
praktische Umsetzung der Ergebnisse zum Beispiel aus dem Bereich "Green
Schools" drängen." Denn nur so können wir - Schritt für Schritt - die Welt verbessern.
Jonas Rosenbrück
Ein Bericht des Südkuriers vom 25.11.2009
Öffentlichkeitsarbeit
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