16.11.09
Nach Indien ist die Reise Mitte Oktober für sechs Salemer Schüler sowie zwei begleitende Lehrer und die Schulleiterin gegangen. Über ihre Erfahrungen berichten die Schüler jetzt nach ihrer Rückkehr.
Zunächst einmal stand ihnen eine sehr lange Reise bevor, bis sie im indischen Ajmer ankamen, wo eine Round-Square Konferenz stattfand. Round-Square ist eine Organisation, der weltweit über 170 Schulen angehören. Alle haben den Auftrag, Spenden zu sammeln, die für einen guten Zweck eingesetzt werden. Außerdem bekommen Schüler die Möglichkeit, an Hilfsprojekten teilzunehmen.
Danach sind die Salemer Schüler weitergereist nach Varanasi. In der Millionenstadt fand das Projekt im Schutzhaus für sozial schwache Kinder statt. "Wir haben in dieser Zeit nicht nur Armut und Elend gesehen, sondern sie auch an Einzelschicksalen konkret miterlebt und versucht, zumindest ein bisschen zu helfen", schreibt Katharina Czerwensky in ihrem Erlebnisbericht rückblickend. Der Name des Projekts lautete "Kutumb", das bedeutet "Familie". Etwa 20 Kinder, im Alter von zwei bis 14 Jahren, lebten in einem kleinen Haus zusammen mit einem indischen Arzt und seiner Frau. Den Kindern werde Zuflucht, Nahrung und Unterricht geboten. Tief bewegend sei schon der allererste Tag für die Salemer Schüler gewesen, da sie die Gelegenheit
hatten, mit den Kleinen Diwali zu feiern, eines der höchsten Feste für Hindus. Die Freude, die die Kinder mit
den deutschen Gästen teilten, sei die ehrlichste gewesen, die diese bisher gesehen hatten und das, obwohl die meisten schreckliche Geschichten zu erzählen haben, berichten die Salemer. Sunny, 14, dessen Bruder Drogendealer und HIV-infiziert ist. Shejadi, 16, die gelähmt ist. Suhail, 6, dessen Mutter Prostituierte ist und nicht genug Geld verdient, um ihren Sohn zu ernähren. Mansi, die bettelnd am Bahnhof gefunden wurde, misshandelt, verstoßen. All diese Kinder bekommen eine Chance bei Kutumb. Außerdem noch 80 weitere Kinder.
Da alle Beteiligten höchst motiviert gewesen seien, konnten die Deutschen in der kurzen Zeit viel erreichen: zum Beispiel alle Wände über zwei Stockwerke neu streichen und kinderfreundlich dekorieren. Von den gesammelten Spenden konnten die Schüler der gelähmten Shejadi einen Rollstuhl schenken. Die Reise habe einiges gelehrt: zum Beispiel, dass man die Dinge, die einem gegeben sind, viel mehr zu schätzen wissen sollte. "Außerdem habe ich gelernt, dass arm sein nicht bedeutet, kein Geld zu haben, und dass reiche Menschen, oft ärmer sind als solche, die nichts besitzen", meint Katharina Czerwensky.
Ein Bericht der Schwäbischen Zeitung vom 14.11.2009
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