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30.06.10

Absolventen haben Grund zum Jubeln

Das "Schiff Salem" sei nur für kurze Zeit ins Schwanken geraten, sagte Schulleiterin Eva-Marie Haberfellner in ihrer Ansprache zur Examensfeier, und "nicht durch eigene Fehler". Dabei zollte sie auch den Schülern Respekt, die sich gemäß dem Titel der Ausstellung über die Gründer "mutig und frei" engagiert und die "Lektion Demokratie gelernt haben". Als "Admiral" hatte Schulleiterin Haberfellner den neuen Vorsitzenden des Internatsvereins, Robert Leicht, an Bord des Schulschiffes will­kommen geheißen.


In seinem Grußwort erinnerte Leicht an seine eigene Abiturfeier im Jahr 1963. Im Kaisersaal des Schlosses habe es für jeden ein Zehntel Weißwein gegeben. Zu viert habe man später im "Überlinger Torkelkeller" noch gemeinsam eine Flasche geleert, in der bangen Hoffnung, dass sich nachts um 2 Uhr noch ein Taxifahrer zur Schule herausklingeln lasse. "Das mag heute geringfügig anders sein", sagte Leicht. Die Schule sei in den vergangenen Monaten durch eine "Phase der Irritationen" gegangen, erklärte der Vorsitzende nach den Kontroversen um die Nachfolgeregelung in der Schulleitung. "Ich danke allen, die Kurs gehalten und das Schiff vor dem Kentern bewahrt haben."

Die Schule wolle mehr sein als der Weg zur Karriereplanung, betonte Elternsprecherin Sabine Jacobs-Bommert. Persönliche Verantwortung zu übernehmen, sich politisch zu engagieren und für die Demokratie einzusetzen, nannte sie als Lernziele und konstatierte: "Das Prinzip Salem lebt."


Den viel beschworenen "Salemer Geist" und die "Salemer Werte" hinterfragte Studienleiter Manuel Schiffer. Diese Werte könne man nicht besitzen, sondern nur leben. Es komme nicht darauf an, "dass man etwas ist, sondern dass man etwas Wertvolles tut." Insofern sei die Charakterbildung ein vorrangiges Ziel aller Bildungsanstrengungen an der Schule.


Die erfolgreichen Abiturienten waren schon mal zufrieden, das Reifezeugnis in der Tasche zu haben; die Absolventen des Internationalen Baccalaureates (IB) erfahren ihre Resultate erst in den kommenden Tagen. Beim Abitur habe mancher bewiesen, dass man nicht nur im Fußball noch in der Nachspielzeit den Erfolg sichern kann, sagte Schiffer. So hatten 111 der 113 Prüflinge ihr Examen bestanden, mit einem guten Durchschnitt von 2,2. Davon hatten 44 Abiturienten eine 1 vor dem Komma, sechs Mal gab es die Traumnote 1,0.


Ein regelrechtes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich dabei die beiden Spitzenreiter Jan Engelhardt und Jonas Rosenbrück, die auf 880 beziehungsweise 879 von 900 überhaupt möglichen Punkten kamen.


Da gerade in Salem neben den akademischen Leistungen das Engagement im Internat und in den verschiedenen Diensten, in den Musen und im Sport eine ganz besondere Rolle spielt, nahmen die Würdigungen hier einen großen Raum ein. Besonders begehrt sind die "Großen Auszeichnungen", die Dagmar Berger und Ken Lander des Salem-Colleges verliehen. Für besonders nachhaltiges Engagement und die Bewältigung persönlicher Herausforderungen bei Expeditionen gab es den "Duke of Edinburgh"-Award.


Ein Bericht des Südkuriers vom 30. Juni 2010

 
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