28.06.10
Mit der Internationalisierung sei die Schule auf dem richtigen Weg, sagte der Publizist und ehemalige Chefredakteur der „ZEIT“ auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung. „Woher kommen unsere neuen Schüler?“ müsse sich Salem fragen. Insbesondere auf Osteuropa mit Polen und Tschechien will Leicht sein Augenmerk richten.
Damit liegt er ganz auf einer Linie mit Schulleiterin Eva Marie Haberfellner. Es sei ihr wichtig, sagte Haberfellner, dass die Schule mit dem neuen Vorstand den Neubeginn auch nach außen deutlich machen könne. Sie freue sich, dass Leicht sechs Tage nach seiner Wahl gleich an der Examensfeier teilnehme. Dass er es ernst meint mit der Nähe zu der pädagogischen Einrichtung, unterstrich er mit einem Appell an die Absolventen. „Schreiben Sie mir eine E-Mail“, sagte Robert Leicht, „mit einer Notiz, was Sie geprägt hat und was Sie an der Schule erhalten wollen. Aber auch, was wir besser machen können.“
Als der Publizist Ende April einen Beitrag zum 90-Jährigen Bestehen Salems verfasste, hatte Leicht noch nicht geahnt, dass er seiner alten Schule bald wieder näher stehen würde. Was ihn dazu motiviert habe, die Aufgabe zu übernehmen?
Wenn man von zwei zerstrittenen Parteien vorgeschlagen werde, sagt Leicht, dann könne man sich dem in der aktuellen Situation kaum entziehen. „Was zögern Sie?“ habe ihn Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (90) gefragt, als er ihm von der Anfrage berichtet habe. Mit bald 66 Jahren bestehe wohl noch keine Notwendigkeit, sich ganz dem Lebensgenuss hinzugeben.
Mit dem neuen Anlauf zur Nachfolgeregelung habe es keine Eile. „Es kann doch nicht sein, dass wir auf dem verwundeten Gelände gleich wieder neu herumtrampeln“, sagt Leicht. Dennoch ist er zuversichtlich und sieht den neuen Vorstand ausgewogen und gut besetzt. Neben engagierten jüngeren Mitstreiter sei mit dem langjährigen Studienleiter Dieter Plate quasi das pädagogische Gedächtnis der Schule vertreten.
Ein Artikel des Südkurier vom 28.06.2010