31.07.09
Ulrich Maurer, parlamentarischer Geschäftsführer der Linken, hat mit den Schülern der 12. Klasse des Salem-Colleges über Politik, Vorurteile und die Wirtschaftskrise gesprochen. Der Besuch fand im Rahmen der von Schülern geplanten Aktion „Bundestag@College“ statt und bildete den Abschluss eines Tags, an dem die Schüler Ausschuss- und Plenarsitzungen am Bundestag nachgestellt hatten.
Vormittags fanden sich die Schüler zu Ausschusssitzungen zu den Themen Hartz IV, Konjunkturpaket und Afghanistan zusammen und bildeten Koalitionen. Am frühen Nachmittag mussten die Ausschüsse mit ihrer Arbeit fertig sein. Es folgte die Plenarsitzung mit Ansprachen und Abstimmungen. Begleitet wurde sie von einer sechsköpfigen Jury, bestehend aus drei Lehrern und drei Schülern, die am Abend Preise in fünf Kategorien verliehen. Ausgezeichnet wurde als beste Fraktion Die Linke, als beste ausschussinterne Fraktionsgruppe die SPD. Für die beste Rede wurde Yannick Tetzlaff (FDP) geehrt, zur besten weiblichen Abgeordneten wurde Erika Arnold (FDP) und zum besten männlichen Abgeordneten Viktor Jooß (Die Linke) ernannt.
„Die Resonanz war überraschend positiv“, freut sich Jonas Rosenbrück, einer der Schüler, die die Veranstaltung organisiert haben. „Die Atmosphäre war sehr angeregt. Einige Schüler sagten mir, dass sie sich zwar nicht wirklich für Politik interessieren, dass an diesem Tag aber ihr politischer Ehrgeiz erwacht sei. Außerdem wurde vielen klar, wie schwierig die politische Kompromissbildung ist.“ Auch über die Fraktionsdisziplin habe es heiße Diskussionen und einen versuchten Parteiaustritt gegeben, berichtet er. „Ziel der Veranstaltung war, politisches Interesse zu wecken und zu zeigen, dass Politik nicht langweilig ist, sondern uns alle angeht.“
Dass auch Rosenbrücks Schulkameraden von der Veranstaltung begeistert waren, machte zum Beispiel Grégor Troubat deutlich, der sagte: „Bundestag@College hat mich sehr gebildet; als Nicht-Deutscher war es besonders spannend zu sehen, wie sich zu so kontroversen Themen Koalitionen bilden. Es war auch eine gute Übung zur Kompromissfähigkeit für mich; selbstverständlich ist der Spaßfaktor nicht zu vergessen!"
Viktor Jooß, der von der Jury als bester Abgeordneter ausgezeichnet worden war, meinte: „Ich war sehr positiv überrascht über die Realitätsnähe von Bundestag@College.“ Durch die authentische Atmosphäre sei ihm das Einfinden in seine „Parteiposition“ deutlich leichter gefallen. „Man konnte richtig aus sich herausgehen!"
Felix Jede (CDU und Ausschussvorsitzender des Konjunkturausschusses) meinte: „Ich war beeindruckt von der aktiven Teilnahme meiner Mitschüler. Wahrscheinlich lag es daran, dass es ein Projekt von Schülern für Schüler war. In meinem Ausschuss wurde sehr gute Arbeit geleistet und Spaß hatten wir auch dabei.“
Südkurier, 31.07.2009