08.07.09
Elf Gymnasiasten waren übers Wochenende Gäste in der Schule Schloss Salem – allesamt Teilnehmer an der dritten und Endrunde des Wettbewerbs „Alte Sprachen“. Der Wettbewerb ist von der Stiftung „Humanismus heute“, dem Kultusministerium und der Studienstiftung des deutschen Volkes ausgeschrieben. Zu gewinnen gibt's mit einem ersten Preis in der letzten Runde die Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes und damit die Finanzen fürs Studium. Der zweite Preis führt zur Nominierung für ein Auswahlseminar dieser Stiftung.Vier erste und sieben zweite Preisträger reisten stolz am Samstagnachmittag aus Salem ab.
Alle vier Regierungsbezirke des Landes waren in Salem vertreten – die Schüler oder Abiturienten kamen von Gymnasien in Aalen, Ellwangen, Lauffen am Neckar, Stuttgart und Tauberbischofsheim, aus Karlsruhe, aus Freiburg (2) und Rottweil, aus Ravensburg und vom Salem International College der Schule Schloss Salem selbst. Ein harter Wettbewerb lag hinter allen bis zur Einladung nach Salem, wo sie mit ihrem Vortrag zu glänzen wussten.
Anspruchsvoll wie schon die erste Runde für 97 und die zweite für noch 44 Schüler waren die selbst gewählten Themen der elf Schüler in der dritten Runde: Abiturientin Esther Askani aus Stuttgart sprach über „Pasolinis Medea und seine euripidische Vorlage“, Magnus Nagel aus Ravensburg ging es um „Platon – Moderner Eros und die Stellung des Individuums.“
Christine Rüth aus der 12. Jahrgangsstufe des Albertus-Magnus-Gymnasiums Rottweil stellte „Fremdwahrnehmung und Feindbilder in der Darstellung der Alemannen bei Armanus Marcellinus“ vor, ihre Stufenkollegin Julika Schlör vom Matthias-Grünewald-Gymnasium Tauberbischofsheim hatte sich mit der „Ambivalenz der Einsamkeit“ bei Seneca beschäftigt. Meist kam der Tipp für diesen Wettbewerb vom Lateinlehrer.
Wie wichtig ihm Latein war, erzählte Patrick Buchholz (Westhausen) mit gerade dem Abitur am Hariolf-Gymnasium Ellwangen in der Tasche. Er will jetzt in Stuttgart Technische Biologie studieren. Latein habe ihm Spaß gemacht, ihn mehr als jedes andere Fach mit der Philosophie in Berührung gebracht. Er bedauert die Trennung in Natur- und Geisteswissenschaften, „denn die moderne Naturwissenschaft stellt viele ethische Fragen“. Nah dem Tipp seines Lehrers habe Neugier ihn zur Teilnahme am Wettbewerb veranlasst. Spannend sein Thema vor der Jury: „Fehlt es nichtrömischen Hilfstruppen (auxilia) an Disziplin (disciplina) und Treue (fides)?“ Die Antwort lasse sich nicht pauschal geben: Die Römer hatten durch diese aus einem anderem Kulturkreis stammenden Truppen strategische Vorteile. Nicht immer jedoch habe die Assimilation funktioniert.
28. Schülerwettbewerb „Alte Sprachen“ 2009 – Endrunde in der Schule Schloss Salem
Schüler: Esther Askani (13. Klasse/Stuttgart), Patrick Buchholz (13/Westhausen), Jan Engelhardt (12/Schule Schloss Salem), Rebecca Feil (12/Neckarwestheim), Michael Hahn (13/Aalen), Martin Koppenhöfer (12/Pfinztal), Magnus Nagel (13/Ravensburg), Ela Nägele (13/Freiburg), Niklas Noé-Steinmüller (11/Freiburg), Christine Rüth (12/Zimmern o.R.), Julika Schlör (12/Grünsfeld)
Aus dem Südkurier vom 07.07.2009