30.06.09
Salemer Schüler machen Wanderung mit Bewohnern des Alten-und Pflegeheims Wespach
Wenn Engel ausfliegen, dann lacht die Sonne. Diese Volksweisheit hat sich wieder einmal bewahrheitet, als Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe der Schlossschule mit 20 Bewohnern des Alten-und Pflegeheims Wespach eine Wanderung an den Salemer Schlosssee unternahmen.
Nach dem Mittagessen herrscht Aufbruchstimmung im Wespach. 20 pflegebedürftige Frauen und Männer aus dem Alten-und Pflegeheim warten - vom Pflegepersonal mit Rollstuhl und Strohhut Ausflugs-fertig gemacht - am Eingangsportal auf die Jugendlichen von der Schlossschule. Als sie eintreffen, werden herzliche Begrüßungen ausgetauscht. Denn man kennt sich teilweise. Einige Schülerinnen und Schüler vom Sozialen Dienst der Schlossschule kommen jeden Montag in den Wespach, um sich zwei Stunden ihrem Paten zu widmen. Franziska Bohr, die 16-jährige "Kapitänin des Sozialen Dienstes" ist nun auf die Idee gekommen, einmal einen gemeinsamen Ausflug mit den Bewohnern des Wespachs zu unternehmen. In älteren Jahrbüchern hat sie entdeckt, dass dies in früheren Jahren einmal so Tradition im Sommer gewesen ist, und hat dann gedacht: "Das machen wir jetzt mal wieder." In Absprache mit Heimleiter Torsten Schillinger hat sie alles eingefädelt.
Als sich die 46-köpfige Marschkolonne in Bewegung setzt, greift der 82-jährige Martin Rother zu seiner Mundharmonika: "Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus". Sein Spiel weckt die Wanderlust. Der Weg führt zwischen Getreidefeldern hindurch. Am Wegesrand lachen den Ausflüglern Klatschmohn-und Kornblumen entgegen, die Vögel zwitschern ihre Sommerlieder von den Bäumen. Am Ortseingang von Neufrach streckt ein ganzes Hühnervolk neugierig die Köpfe durch den Maschendrahtzaun, als die Ausflügler vorbeiziehen, und aus den Vorgärten kommt immer wieder ein freundliches "Hallo". Manchmal wird ein kurzer Halt eingelegt, um die Blumenpracht zu betrachten. Gesprächsstoff zwischen Jung und Alt gibt es genügend. Die Senioren erzählen, wie früher so alles war, die Jugendlichen von der Schlossschule berichten, was an der Schule so läuft, wo sie herstammen, was sie in den Sommerferien vorhaben.
Nach gut einer Stunde sind die knapp fünf Kilometer zum Schlosssee geschafft. Uwe Hamann, der Betreiber des Freibades, hat alle zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Alle genießen den herrlichen Blick über den Schlosssee. "Das ist mal eine schöne Sache", berlinert der 89-jährige Horst Thielke und lobt seinen Begleiter: "Ein unterhaltsamer junger Mann!"
Ein Bericht des Südkuriers vom 02.07.2009