Aktuelles

23.06.09

Doppelter Salemer Erfolg beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

„Helden“ sind in Salem oft genug Thema heftiger Debatten- dürfen wir auf unsere berühmten Altschüler stolz sein oder ist das selbstgerecht, wenn wir ihnen nicht gleichkommen? Ist Kurt Hahn ein Held oder war er nicht anfangs doch zu antirepublikanisch und deutschnational gesinnt, als dass er so genannt werden dürfte?


Derartige kontroverse Diskussionen scheinen das Feingefühl einiger Salemer in punkto Heldentum geschärft zu haben - eine Eigenschaft, die sie beim diesjährigen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten effektiv eingesetzt haben. Dieser von der Hamburger Körber-Stiftung im Zweijahrestakt ausgetragene Wettbewerb trug in diesem Jahr den Titel „Helden- verkannt, verehrt, vergessen.“ und lud dazu ein, sich im familiären oder regionalen Umfeld Beispiele für Menschen zu suchen, die in irgendeiner Art und Weise Helden sein könnten.


Dabei wurden einige Leitfragen vorgegeben:

Was macht die Person zum Helden? Wurde sie als Held verehrt? Warum wurde sie als Held verehrt oder warum nicht? Mit welcher Berechtigung geschah die Verehrung, mit welcher blieb sie aus? Warum wurde gegebenenfalls die Verehrung von einem bestimmten Zeitpunkt ab versagt oder warum geriet die Person in Vergessenheit?


An diesen Fragestellungen zeigt sich bereits, dass notwendigerweise nicht bloß eine detaillierte Charakteranalyse angefertigt werden musste, sondern zusätzlich die den Menschen umrahmende Gesellschaft präzise zu hinterfragen war. Dementsprechend durften Facharbeiten von bis zu 50 Seiten Länge eingereicht werden- ein Rahmen, den beide Salemer Teilnehmer ganz ausschöpften.


Bei einer unerreicht großen Konkurrenz von mehr als 1800 Beiträgen konnte sich Jonas Rosenbrück, der über die Verehrung Hitlers zu Zeiten des Nationalsozialismus in seiner Heimatstadt Bochum schrieb, über einen mit 100 € dotieren Förderpreis freuen.


Jan Engelhardt, der unter dem Titel „Ein Nazi als Held?“ über den ehemaligen Schulleiter seines früheren Hagener Gymnasiums schrieb, gelangte unter die 250 besten Teilnehmer bundesweit und erhielt einen mit 250 € dotierten Landespreis, den er am 20. Juli bei der Landespreisverleihung im Stuttgarter Neuen Schloss wird entgegennehmen dürfen. Des Weiteren wird seine Arbeit nun nochmals auf Bundesebene ins Rennen ziehen und könnte im günstigen Fall unter die 50 Bundessieger gelangen.


Es steht zu hoffen, dass der Diskurs innerhalb Salems über den Umgang mit den Helden unserer Schule durch diese zwei Erfolge gefördert wird.





 
Home
English