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22.06.09

Kinder erweisen sich als echte Philosophen

Eltern, Lehrer, Mitschüler und Schulleitung waren beeindruckt. Die elf Viert- bis Siebtklässler hatten während der zweitägigen Hohenfels-Akademie der Schule Schloss Salem und des Salem-Colleges in Überlingen nicht nur die griechische Schrift, das griechische Alphabet und erste Grammatikstrukturen erlernt, sondern vermittelten in der Abschlusspräsentation ihr neu gelerntes Wissen sicher und lebendig. Sogar erste Übersetzungsfähigkeiten wurden präsentiert.


„Das Philosophieren über die Entstehung der Erde hat mir am meisten Spaß gemacht“, sagt Evgenia Leshchanskaja (6. Klasse). Die Kinder erwiesen sich als echte Philosophen. So diskutierten sie über das Wesen und die Definition von Lebewesen und sogar über die Frage nach dem Ursprung der Welt.


Die Idee zur Begabtenakademie entstand in Zusammenarbeit der Schule Schloss Salem mit der Kinder- und Jugendakademie Konstanz (KJA). „Unser Ziel war es, den Kindern eine auf ihre Interessen und Bedürfnisse abgestimmte Herausforderung zu bieten“, erklärt Caroline Fischer von der KJA. „Ich bin begeistert, welche tolle Ergebnisse hier erarbeitet wurden“, stellt sie zufrieden fest. Die Kinder, teils Schüler der Schule Schloss Salem, teils Schüler aus anderen Schulen, erlernten auf der Burg Hohenfels, Sitz der Unterstufe der Schule Schloss Salem und des Colleges, Neues und hatten dabei auch viel Spaß.


In der Abschlusspräsentation erklärten die jungen Alt-Philologen zunächst die griechische Schrift und demonstrierten anhand verschiedener Beispiele von Demokratie („die Volksherrschaft“) bis Idiot („der Eigenbrötler“) wie man mit Hilfe von Griechischkenntnissen Wörter des deutschen Sprachgebrauchs besser begreifen kann. Auch die griechische Götterwelt wurde kritisch hinterfragt: „Glaubten die Griechen denn wirklich an ihre Götter?“, fragte sich nicht nur Lars Felix Neth (7. Klasse). Anhand des berühmten Werks „Theogonie“ des Hesiods wurden sie vertraut gemacht mit den Ursprüngen der europäischen Kultur, den griechischen Göttermythen. Dazu kam eine Auseinandersetzung mit dem, was das Griechische so interessant macht: der Philosophie.


„Die Schule ist häufig zu eng und bietet den Schülern nicht genug Freiräume zum Weiterdenken und zum Stellen der wirklich wichtigen Fragen“, so Joachim Dorn, Leiter der Hohenfels-Akademie. „Dabei sind Kinder die wahren Philosophen. Sie sind noch nicht durch zuviel Wissen verdorben und stellen sehr tiefgründige Fragen. Gerade das Griechische bietet da viele Möglichkeiten in neue Gedankenwelten einzutauchen.“


Dass auch die Kinder zufrieden waren und einiges Neues gelernt haben, zeigte sich in der abschließenden Bewertung, auch wenn die Schüler müde und erschöpft waren. Timo Hoffmann (7. Klasse): „Es war schon sehr anstrengend.“ Dass die jungen Philosophen schnell lernten, lag, wie Joachim Dorn erklärt, „vor allen an der Lernatmosphäre. Hier wurden sie richtig gefordert und waren mit anderen Schülern zusammen, die ebenfalls wissbegierig und neugierig sind.“


Alles in Allem ein großer Erfolg, der nach einer Fortsetzung ruft. Weitere Akademien für neugierige und begabte Schüler sind in Planung. Vielleicht kommen ja dann weitere kleine, „wahre“ Philosophen oder junge Alt-Philologen ans Licht.

 

Autor: Jonas Rosenbrück

 
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