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Projektfahrten und Exkursionen in der Oberstufe

Im ersten Semester der 13. Klasse unternehmen die Schüler des Abitur-Systems und die Kollegiaten des International Baccalaureate eine kursgebundene Projektfahrt zu einem Ort, an dem sich bestimmte Lehrplaninhalte des jeweiligen Kurses besonders gut erarbeiten lassen.

 

Das Angebot erstreckte sich in den letzten Jahren auf die Reiseziele Berlin, Prag, Venedig, Oxford, Rom, Pisa, London, Paris, Amsterdam und Barcelona.

 

An einem Beispiel soll deutlich werden, welchen Sinn solche Fahrten haben:

Die Fahrt nach Berlin wird vom Fachlehrer und den Schülern des 4-stündigen Neigungsfaches „Wirtschaft“ organisiert. Ein so genanntes Schwerpunktthema und damit abiturrelevanter Bereich für diesen Kurs ist das Thema „Wirtschaftspolitik“. Die Grundlagen dieses Themas werden in den Wochen vor der Fahrt im Kurs erarbeitet und vor Ort in Berlin mit Experten diskutiert und vertieft. Auf dem Programm stehen deshalb Gesprächstermine mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Hochrangige Experten stehen den Schülern Rede und Antwort, stellen ihre Sicht der Dinge dar und geben den Schülern Einblicke, die sich in den traditionellen Formen des Kursunterrichts nicht in der gleichen Intensität erarbeiten lassen würden. Das gemeinsame Endprodukt dieser Fahrt ist ein Projektfahrtbericht, in dem die inhaltlichen und persönlichen Eindrücke der Fahrt verarbeitet werden. Projektfahrten sind also „Unterricht in besonderer Form“.

 

Ein anderes Ziel verfolgen Exkursionen. Sie werden über das Schuljahr verstreut zu bestimmten Themen eines Kurses veranstaltet. Die Teilnehmer des Neigungsfaches „Chemie“ besuchen z. B. ein großes Chemieunternehmen und unterrichten sich vor Ort mehrere Tage über technische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Aspekte bestimmter Produktionsabläufe. Auch hier treten neben den akademischen Unterricht reale Erkenntnisse mit Expertenhilfe. Exkursionen können aber auch einen erlebnispädagogischen Ansatz verfolgen. Wenn eine Gruppe Schüler sich zu einer Outdoor-Aktivität aufmacht und dabei Berge besteigt oder mit Kajaks Wildwasserfahren übt, dann steht ein intensives Natur- und Gruppenerlebnis im Vordergrund. Traditionelle Aktivitäten in diesem Bereich sind z. B. die Bodensee-Umrundung mit dem Rad, Kletterwochenenden im Donautal oder die Bodensee-Überquerung im Sommer. Der Jahresplan des Salem College listet eine Vielfalt solcher Fahrten auf. Im Laufe des Schuljahres kommen außerdem spontane Wochenendfahrten hinzu.